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8.03.2004

Der alberne deutsche Musik-Download-Markt

Janko Röttgers wirft in der Frankfurter Rundschau einen Blick auf den erneuten Anlauf mit phonoline.de und den deutschen Download-Markt insgesamt:

"Die meisten Anbieter rücken daher bereits jetzt still und heimlich von der iTunes-Preisvorgabe ab. Statt auf die werbewirksamen 99 Cent pro Download setzt man auf flexible Gebühren, die im Einzelfall ganz schön teuer werden können. www.karstadt.de etwa verspricht Downloads bereits ab 75 Cent. Doch wer nicht viel Geld in kostspielige Prepaid-Pakete investieren will, zahlt deutlich mehr. So kostet der Download des neuen Norah-Jones-Albums im Karstadt-Shop als Einzelkauf stolze 19,37 Euro. Wer das Album in einem der realen Kaufhäuser des Konzerns erwirbt, zahlt dafür 15 Euro.
Nicht nur die hohen Preise könnten zum Problem deutscher Download-Plattformen werden. Keiner der Anbieter kann seinen Kunden ähnliche flexible Lösungen bieten wie die Vorbilder in den USA. So können Nutzer des iTunes-Shops ihre Titel beliebig oft brennen und auf bis zu drei Computern abspielen. Zu derartigen Konzessionen ist die Branche hier zu Lande bisher nicht bereit. Stattdessen will man den Konsumenten nur enge und von Fall zu Fall unterschiedliche Nutzungsrechte einräumen."

Dies wird weiterhin ebenfalls eine schwere Hürde für Apples Einstieg in den hiesigen Markt mit dem iTMS darstellen. So muss man sich nicht weiter wundern, dass T-Online bisher über musicload.de die fast schon wieder traurige Zahl von gerade mal 40.000 Downloads/Verkäufen seit Ende letzten Augusts zustande gebracht hat. Dagegen steht sogar Napster bisher in einem fantastischen Licht des vermeintlichen Erfolgs und Chris Gorog erklärt unter gewissem Realitätsverlust gegenüber dem Guardian:

"Gorog points to how the brand retains enormous affection. He claims 92% of those polled in the US recognised the Napster brand and equated it with online music, compared with 27% for iTunes. "People still love the brand. We've been able to take Napster into a paid model but they still use the same adjectives to describe it - innovative, independent, cool, irreverent, renegade."
Key to this, he says, is that it has remained true to the "original Napster values" of "virtually unlimited choice, the largest music catalogue in the world and an experience that enhances discovery. Most importantly, it has the community aspects of the original so you can email songs, you can share playlists."

Worüber sich beinahe noch weniger schmunzeln lässt, als die brachialen 40.000 T-Online Downloads in über 6 Monaten.

Posted by Leo at 10:31 | Permalink

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